Wer aus der Windows-Welt zu Linux wechseln möchte, hat die Möglichkeit aus einer schier endlosen Liste von Linux-Distributionen zu wählen. Doch welches Linux ist das Richtige und mit welcher Distro kommen Einsteiger am besten zurecht. Wir versuchen, etwas Klarheit zu schaffen.

Grundlegend lässt sich die Linux-Welt in 8 große Hauptzweige zerlegen. Von diesen Hauptzweigen spalten sich noch verschieden Derivate ab, welche abgewandelte oder erweiterte Versionen der Mutterdistribution sind. Hier die wichtigsten Hauptzweige und jeweils darunter die bekanntesten Derivate.

1. Arch Linux (Linux Selbstbaukasten für technisch versierte Anwender)

2. Debian (hoch stabil, etwas schwierig einzurichten)

3. Ubuntu (für Einsteiger geeignet)
Ubuntu Derivate
– Zorin OS (sehr Windows ähnliche Oberfläche, für Einsteiger geeignet)
– Kubuntu (Ubuntu mit KDE-Desktop, für Einsteiger geeignet)
– Linux Mint (gut für Einsteiger geeignet)
– elementary OS (für Einsteiger geeignet, Mac OS X ähnlich).
– Lubuntu (für Einsteiger geeignet, ideal auf älteren PCs)

4. Gentoo Linux (nur für Profis)
Gentoo Derivate
– Chromium OS (Einsteiger freundlich)

5. Red Hat Linux
Red Hat Derivate
– Red Hat Enterprise (stabiles Linux für Firmen und Server)
– Fedora (konsequent OpenSource, nur für ambitionierte Anwender)
– CentOS (stabile Distribution für Firmen und Server)

6. Mandriva Linux (für Einsteiger geeignet)
Mandriva Forks und Derivate
– Mageia (für Einsteiger geeignet)
– PC Linux OS (für Einsteiger geeignet)

7. Slackware (nur für Profis)
Slackware Derivate
– Zenwalk (leichtgewichtiger Desktop für ambitionierte Anwender)

8. OpenSuse (für Einsteiger geeignet)
– Suse Linux Enterprise (stabile Distribution für Firmen und Server)

Des Weiteren viele kleinere oder kaum bekannte Projekte. Eine Liste mit weiteren Distributionen finden Sie hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Linux-Distributionen

Auf einige Distributionen gehen wir nun im Detail genauer ein.

1. Ubuntu Linux
Ist zusammen mit Linux Mint das wohl bekannteste und erfolgreichste Desktop-Linux. Nicht ohne Grund, denn Ubuntu sieht gut aus und lässt sich sehr leicht bedienen. Das Ubuntu-Projekt wird vom Software-Unternehmen Canonical Ltd. gesponsert, welches vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde. Ubuntu ist sehr intuitiv und setzt auf einen schlichten, simplen Desktop. Einsteiger arbeiten sich meist schnell ein. Ist der Umstieg gelungen, möchten nur die wenigsten zurück zu ihrem vorigen Betriebssystem zurück.

Wir geben Ubuntu für die beste Einsteigerfreundlichkeit 5.5 von 6 Punkten.

Zur Homepage des Ubuntu Projekts

2. Linux Mint (Mate)
Basiert auf Ubuntu Linux, stellt jedoch eine andere Desktopoberfläche zur Verfügung (Mate / Cinnamon). Linux Mint enthält bereits von Haus aus viele unfreie Codecs und unterstützt daher MP3, DivX, AdobeFlash, Oracle Java und vieles mehr, ohne das etwas nachinstalliert werden muss. Linux Mint erlaubt sich hin und wieder kleiner Bugs, welchen den ansonsten sehr guten Desktop-Auftritt etwas trüben.

Wir geben Linux Mint für die gute Einsteigerfreundlichkeit 5.0 von 6 Punkten.

Zur Hompage von Linux Mint

3. Zorin OS
Sieht fast aus wie Windows, ist aber keines. Zorin OS orientiert sich im look and feel stark an Windows. Einsteiger, die ein möglichst Windows ähnliches Feeeling haben möchten, sind daher mit Zorin gut bedient. Da Zorin auf Ubuntu basiert, verfügt es über einen ausgereiften Unterbau. Leider ist die Umstellung auf Deutsch noch nicht ganz ausgereift. Es gibt eine kostenlose Core Version und eine kostenpflichtige Premium-Edition (ca. 9,90 €) .

Wir geben Zorin OS 4.0 von 6 Punkten.

Zur Homepage von ZorinOS

4. Mageia
Ist eine noch recht junge Distribution, die stetig neue Anhänger gewinnt und mit Sicherheit noch für einige Überraschungen gut ist. Mageia ist ein Fork des vor einigen Jahren sehr bekannten und Einsteiger freundlichen Mandriva Linux aus Frankreich. Leider ist die Dokumentation noch recht mager und auch in der Nutzung lauern deutlich mehr Tücken als bei Ubuntu oder Mint.

Wir geben Mageia 4.0 von 6 Punkten

Zur Homepage des Mageia Projekts

5. OpenSuse
Ist sehr komplex und richtet sich eher an Anwender, die sich mit Ihrem Betriebssystem beschäftigen möchten. Vieles funktioniert leider recht umständlich, weshalb OpenSuse aus unserer Sicht leider nicht allen Einsteigern zu empfehlen ist. Denn man stolpert hier leicht über kleiner Tücken, welche denn Spaß deutlich trüben können. Dennoch funktioniert ein perfekt eingerichtet OpenSuse System meist tadellos.

Wir geben 3.5 von 6 Punkten

Zur Homepage von OpenSuse

6. Fedora
Wer konsequent Freie-Software nutzen möchte und bereit ist auf das eine oder andere Feature zu verzichten, der ist mit Fedora gut bedient. Denn Fedora macht hier keine Kompromisse. Fedora verwendet keine unfreien Codecs und möchte es auch nicht. Es richtet sich daher an Anwender die nur OpenSource Software nutzen möchten. Folgt man dieser Philosophie, ist Fedora durchaus auch für Einsteiger geeignet. Für kompromisslose und ambitionierte Einsteiger versteht sich.

Wir geben Fedora 3.0 von 6 Punkten.

Zur Homepage des Fedora Projekts

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